„JAV – Was? Das klingt ja wie JVA, also Justizvollzugsanstalt!“ Diese Frage durfte ich vor kurzem mit einem Lächeln beantworten: Nein, JAV hat nichts mit irgendeiner Anstalt zu tun, sondern ist die Abkürzung für Jugend- und Auszubildendenvertretung. Und genau für diese habe ich mich bei dem Unternehmen, in dem ich aktuell mein duales Studium absolviere, aufstellen lassen. Im Folgenden sind duale Studenten unter dem Sammelbegriff Auzubildende inbegriffen.

Der Hintergrund

Das Ziel von vielen Unternehmen ist es an erster Stelle möglichst viel Gewinn zu erwirtschaften. Dieses Ziel ist, vor allem aus Sicht der jeweiligen Eigentümer, absolut nachvollziebar. Schließlich möchten diese von ihrem eingesetzten Kapital auch eine vernünftige Rendite erwirtschaften. Doch glücklicherweise leben wir, im Gegensatz zu vielen anderen Menschen auf der Welt, in einem Land, in dem es eine soziale Marktwirtschaft gibt und nicht nur den reinen Kapitalismus.

Demensprechend sind Mitarbeiter in deutschen Unternehmen nicht nur folgsame Ressourcen, wie die verbreitete Abteilungsbezeichnung „Human Ressoruces (HR)“ nahelegen könnte. Sie haben nämlich neben den bekannten Pflichten auch zum Teil umfangreiche Rechte. Und eines dieser Rechte räumt den Beschäftigten die Errichtung und Wahl eines Betriebsrates ein. Der Betriebsrat wird in einem demokratischen Prozess von den Beschäftigten gewählt und vertritt diese dann gegenüber dem Arbeitgeber in diversen Themen. Näheres dazu regelt u.a. das Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG). Dieses Gesetz bildet auch die Grundlage für die Errichtung und Wahl einer Jugend- und Auszubildendenvertretung (vgl. §60 BetrVG). Dieses Organ ist laut Gesetz vorgesehen und auch notwendig um die Interessen der Auszubildenden zu vertreten. 

Meine Motivation

Ich setze mich sehr gerne für meine Mitmenschen und in diesem Fall für meine Kollegen ein, um für alle (noch) bessere Arbeitsbedingungen zu schaffen. Dabei lege ich einen besonderen Fokus auf diejenigen, die einen besonders hohen Bedarf an Unterstützung haben. Denn für mich ist der Einsatz von (egal ob finanziell, körperlich oder geistig) „Stärkeren“ für „Schwächere“ eine absolute Verständlichkeit und Ehrensache. Aus dieser Grundmotivation heraus habe ich mich zur Wahl gestellt. Doch nun möchte ich zu den Punkten kommen, die ich gerne zugunsten der Auszubildenden verbessern möchte.

Das möchte ich verbessern

Ich kann im Folgenden leider zum Teil nicht die konkreten Verbesserungsideen veröffentlichen, da diese mitunter firmeninterne Details beinhalten.

  • Ich finde, dass Auszubildenden grundsätzlich mehr zugetraut werden kann und sollte. Deshalb möchte ich eine Reihe von Maßnahmen vorschlagen um dies, z.B. in Form von Azubi-Projekten, in die Praxis zu integrieren.
  • Ich möchte die Betreuung der Auszubildenden noch weiter verbessern und mich unter anderem dafür einsetzen, dass entsprechendes Personal verhanden ist.
  • uvm.

Das Wahlergebnis

Letzte Woche Mittwoch, am 21.11.2018, fand die Wahl statt. Ich freue mich sehr darüber, dass ich von meinen Kollegen die Ehre übertragen bekommen habe, Teil der kommenden Jugend- und Auszubildendenvertretung der München GmbH zu sein. 🙂

Julian Kehrer

Mich begeistern digitale Innovationen, bei denen der Mensch im Mittelpunkt steht. Durch mein Wirtschaftsinformatik Studium, das sich jetzt bald dem Ende zu neigt, konnte ich bereits Know-How im Bereich Digitale Innovationen sammeln. Diese Erfahrung wird durch mehrere entsprechende Praxiseinsätze bei meinem dualen Studium-Unternehmenspartner, mehreren Kursen sowie meinem Engagement in der studentischen Gründerinitiative NEWEXIST e.V. ergänzt. Bereits in der Schulzeit interessierte ich mich für politische Themen und war vor allem davon fasziniert, welch großen Einfluss politische Entscheidungen auf unser alltägliches Leben haben. Da ich wenig von einer Einordnung in das links-rechts Schema halte, würde ich meine grundsätzliche Einstellung als menschlich bezeichnen. Daher kommt mein Fokus auf den „Mensch im Mittelpunkt“.