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Industrie 4.0: Mögliche zukünftige Anforderungen an Mitarbeiter

Hinweis: Der folgende Text ist meiner Seminararbeit mit dem Titel „Die veränderte Rolle der Mitarbeiter in der Industrie 4.0“ entnommen und wurde von mir für diesen Blogbeitrag leicht angepasst.

In der Industrie 4.0 werden reine Routinetätigkeiten immer mehr von intelligenten Maschinen übernommen, weshalb der Anteil dieser Tätigkeiten nach und nach zurückgehen wird. Dagegen wird den Beschäftigten die Aufgabe zu Teil, Entscheidungen zu treffen, die kein Algorithmus treffen kann. Dieser Ansatz wird in der Smart Factory Wirklichkeit. Dabei steht der Mensch im Mittelpunkt, welcher zum Beispiel als Augmented Operator die Produktion überwachen soll. Auf der Fertigungsebene werden die Mitarbeiter in Zukunft auch mit intelligenten Assistenzsystemen sowie der engeren Zusammenarbeit mit Systemen konfrontiert werden. In einem Werk der BMW AG wurde ein Assistenzsystem eingeführt, welches Mitarbeiter erlaubt, durch eine Wischbewegung ein Teil als gut zu kennzeichnenund weiter transportieren zu lassen. Dieses Beispiel macht deutlich wie weit solche Systeme bereits heute in Unternehmen zum Einsatz kommen.

 Neben den neuen Aufgaben werden durch die Industrie 4.0auch neue Anforderungen an die Qualifikation der Mitarbeiter gestellt. Grundsätzlich werden die Mitarbeiter ein hohes Maß an Datenkompetenz mitbringen müssen sowie generell eine höhere Qualifikation als es für die Ausübung reiner Routinetätigkeiten nötig ist. Arbeitnehmer mit durchschnittlichen Kompetenzen und Fähigkeiten sind damit einem hohen Risiko der Substitution ausgesetzt, da die digitale Technik in Zukunft genau diese Fähigkeiten übernehmen wird. Die Erfüllung dieser neuen Anforderungen ist nur durch stetige Weiterqualifizierung der Mitarbeiter realisierbar. „Dabei sei die Investition in Menschen und Köpfe, in Aus- und Weiterbildung genauso wichtig wie die Investitionen in den Breitbandausbau.“ [Rosigkeit 2015]

Mitarbeiter benötigen darüber hinaus in der Industrie 4.0 deutlich breitere Kompetenzen über vor- und nachgelagerte Arbeitsabläufe. In diesem Zusammenhang müssen Mitarbeiter auch für neue Tätigkeiten ausgebildet werden. Wechselnde Arbeitgeber und Arbeitsstätten werden eine noch höhere Flexibilität erfordern. Gleichzeitig wird die psychische Belastung zunehmen, die durch wiederholter Jobsuche und finanzieller Unsicherheit entsteht. Darüber hinaus werden die Grenzen von Lebens- und Arbeitswelt immer weiter verschwimmen. Durch den schnellen technischen Fortschritt erhöht sich der Druck auf Arbeitnehmer, sich immer schneller an neue Anforderungen anzupassen. Abschließend kann man sagen, dass die Industrie 4.0 gut ausgebildete Fachkräfte, gekoppelt mit lebenslangem Lernen und beruflicher Qualifikationen, erfordert.

Quellen

  • Ittermann, Peter, Jonathan Niehaus und HartmutHirsch-Kreinsen: Arbeiten in der Industrie 4.0: Trendbestimmungen undarbeitspolitische Handlungsfelder. Hochschulschrift, Technische UniversitätDortmund, 2015.
  • Rosigkeit, Vera: Industrie 4.0: Mitbestimmung ist die Musikder Zukunft, 07.09.2015,https://www.vorwaerts.de/artikel/industrie-40-mitbestimmung-musik-zukunft,zuletzt aufgerufen 12.11.2017.
  • Bundesministerium für Wirtschaft und Energie:Arbeit 4.0 – Wie verändert sich Arbeiten durch digitalisierteIndustrieprozesse?, 2017,http://www.plattform-i40.de/I40/Navigation/DE/Industrie40/Handlungsfelder/Arbeit40/arbeit-40.html,zuletzt aufgerufen 09.11.2017.
Julian Kehrer

Mich begeistern digitale Innovationen, bei denen der Mensch im Mittelpunkt steht. Durch mein Wirtschaftsinformatik Studium, das sich jetzt bald dem Ende zu neigt, konnte ich bereits Know-How im Bereich Digitale Innovationen sammeln. Diese Erfahrung wird durch mehrere entsprechende Praxiseinsätze bei meinem dualen Studium-Unternehmenspartner, mehreren Kursen sowie meinem Engagement in der studentischen Gründerinitiative NEWEXIST e.V. ergänzt. Bereits in der Schulzeit interessierte ich mich für politische Themen und war vor allem davon fasziniert, welch großen Einfluss politische Entscheidungen auf unser alltägliches Leben haben. Da ich wenig von einer Einordnung in das links-rechts Schema halte, würde ich meine grundsätzliche Einstellung als menschlich bezeichnen. Daher kommt mein Fokus auf den „Mensch im Mittelpunkt“.